A Der Schlossplatz
B Der Nordgarten und
das Schloss
C Der zentrale Gartenbereich
D Der Bauhof (ehemaliger
Wirtschaftshof)
E Ländliche Gegend
F Küchengarten mit
Orangerie
G Tempelgarten
Zur Geschichte des Gartens
Die Bedeutung des Gartens
A Der Schlossplatz
Gestaltet nach einheitlichem Entwurf des
Hofbaumeisters C.F. Limpricht von 1829/30
1 Marstall, heute Ostholstein-Museum
2 Wagenremise, heute Kreisbibliothek
3 Kavaliershaus, erbaut 1836-40 nach
Entwürfen von Heinrich Strack, heute
Landesbibliothek
B Der Nordgarten und das Schloss
Einer der ältesten Gartenbereiche in der Eutiner
Residenz. Hier befanden sich nacheinander ein
barocker Gemüsegarten, danach ein Obstbaumgarten
und ab Mitte des 19.Jh. ein kleiner Tiergarten,
heute Parkplatz
4 das Schloss, im Kern eine nittelalterliche Anlage (Rundturm),
im 16./17.Jh. ausgebaut zu einer repräsentativen Vierflügel-
anlage der Lübecker Fürstbischöfe. Nach einem Brand 1689
weitgehend neuer Ausbau , seit 1717 unter Leitung des
Hofbaumeisters Rudolph Matthias Dallin,
heute Museum
C Der zentrale Gartenbereich südlich des Schlosses
5 Ein hexagonaler Seepavillon 1799/1800 von Peter
Richter gebaut, herrlicher Panoramablick auf den See.
Neben dem Pavillon ein Staustein des ehemaligen
Wassermüllers der Mühle in Fissaubrück.
6 Die prächtige 335 m lange Lindenallee wurde 1788
gepflanzt, am südlichen Ende steht eine Flora-Statue.
7 der sog. “Philosophische Gang” ist um 1754 als
Uferweg
entlang der Schlossbucht angelegt worden und führt in
die “Ländliche Gegend”.
8 das öffentliche Hauptgartentor von 1789/1790,
gegenüber liegt das Gartenknechtshaus von 1854
von Carl F. H. Kaufmann
9 der zentrale Gartenteich (ehemaliges Barockbassin)
10 der “Große Wasserfall”, 1790/91 von A. F. Moser
aus Tuff gestaltet
11 Gefallenendenkmal von 1928
E Die Ländliche Gegend
Gelände des ehemaligen Baumgartens; im Landschafts-
garten der idyllische Bereich, der mit zwei Hüttenarchtek-
turen geziert war
12 der um 1736 angelegte Eiskeller, dessen unterirdischer
Teil noch im Gelände vorhanden ist
13 das ehemalige Bootshaus, das 1951 für den Bau der
Zuschauertribüne der Freilichtbühne abgerissen wurde
14 der Duvendiek, ein Stauteich aus dem 17. Jh., der bei der
landschaftlichen Umgestaltung als natürlich aussehender
Teich umgeformt wurde
15 das Tuffsteinhaus, 1793/94 nach abgewandeltem Entwurf
von C.F. Hansen gebaut; seit 1877 Gedenkhalle für
Carl Maria von Weber
16 der Kleine Wasserfall von 1790 mit Tuffsteinen, gestaltet
von A. F. Moser
F Der Küchengarten mit Orangerie
Der Küchengarten wurde 1790 in den
Landschaftsgarten verlegt, ursprünglich
westlich des Jungfernstiegs.
17 die 1772 von Georg Greggenhofer erbaute
Orangerie
18 das ehemalige Gärtnerwohnhaus
19 ein Pforthaus
20 der Kleine Piependiek (Reservoir für den
Großen Wasserfall mit pittoresker Funktion)
mehr zur Sanierung der Orangerie
G Der Tempelgarten
21 die Chinesische Bogenbrücke, die 1796 einem Entwurf
des englischen Architekten William Chambers in Kew
Garden/London nachgebildet ist, sie führt über einen
künstlichen geraden Kanal.
22 der Große Piependiek
23 der Monopteros, Sonnentempel genannt, wurde 1795/97
von dem Landesbaumeister Peter Richter und dem
Steinbildhauer A. F. Moser geschaffen.
24 eine sog. “Aha”-Mauer, (südliche Gartenbegrenzung),
eine rund 1,50 m hohe Feldsteinmauer, die als Stütz-
mauer vom Garten her nicht mehr zu sehen ist.
Oberhalb dieser Mauer konnte man ehemals einen
großartigen Ausblick auf die landwirtschaftlichen Felder
genießen.
Die Bedeutung des Eutiner Gartens
Der Eutiner Schlossgarten ist das bedeutendste Gartenkunstdenkmal der Aufklärung in Schleswig-
Holstein. Auf einer für englische Landschaftsgärten relativ kleinen Fläche von 14 ha bekommt der auf
den großzügig angelegten Spazierwegen wandelnde Besucher immer wieder wechselnde Ansichten
und Ausblicke in den Gartenraum und auf die umgebende Seenlandschaft geboten. Diese äußerst
kunstvoll geschaffenen Naturbilder waren und sind Prinzip und Programm der englischen Landschafts-
gartenkunst, die durch die Schriften des Kieler Gartentheoretikers Cay Christian Lorenz Hirschfeld
(1742-1792) auch in Deutschland berühmt wurden.
Natur und Kunst, Nutzen und Schönheit, Gefühl und Verstand in einem Gartenkunstwerk vereint
darzustellen, war das Streben aufgeklärter Fürsten im Ausgang des 18. Jahrhunderts.
Schon seit den Tagen Herzog Peter Friedrich Ludwigs steht er der Eutiner Bevölkerung und allen
interessierten Besuchern offen. Schloss und Schlossgarten sind seit 1992 im Eigentum der
“Stiftung Schloss Eutin”.
Quelle : Landesamt für Denkmalpflege Schleswig-Holstein
Zur Geschichte des Schlossgartens
um 1500
erste Wasserkünste auf der Burg Eutin belegt
um 1590
Anlage eines Tiergartens im Süden der Stadtbucht des Großen Eutioner Sees
vor 1629
früheste Belege eines Lustgartens jenseits der Schlossbucht am Bauhof
ab 1634
erste formale Gartenanlage und Ausbau des Schlosses unter Fürstbischof
Hans (1606-1655), einem Bruder des berühmten Gottorfer Herzogs Friedrich III.,
der den bedeutendsten Garten des 17. Jahrhunderts in Norddeutschland -
das “Neue Werk” bei Schloss Gottorf - anlegen ließ.
ab 1670
entsteht ein repräsentativer Barockgarten nach holländischem Vorbild auf der
Schlossinsel
ab 1716
wird ein luxuriöser französischer Barockgarten nach Plänen des Lustgärtners
Johann Christian Lewon angelegt.
1787-1803
unter dem aufgeklärten Oldenburger Herzog Peter Friedrich Ludwig (1755-1829)
wird der barocke Garten in einen Englischen Landschaftsgarten umgestaltet und
dabei um rund ein Viertel seiner Fläche vergrößert. Der damals neu geschaffene,
im Südosten gelegene Tempelgartenbereich umschloss das neu angelegte
Küchengartengelände und machte es so zum Bestandteil des Landschaftsgartens.
Schloss Eutin