Weiterlesen zurück zur Übersicht

Meissener Waschgeschirr

In der Barockzeit war man der Auffassung, dass Wasser schädlich sei und gerade bei der Berührung mit Haut krank mache. Also badete man höchstens einmal im Jahr, meist vor Ostern als höchstem kirchlichem Feiertag. Die tägliche Körperpflege erfolgte durch Abreiben mit ölhaltigen Tüchern und Lappen. Gegen etwaige Gerüche benutzten Adelige und reiche Kaufleute und Bürger dann lieber Parfüm in großen Mengen. Das Meissener Waschgeschirr mit Blumendekor und Insekten ermöglichte einem Schlossgast des 19. Jahrhunderts dann aber seine nun wieder in Mode und Gebrauch gekommene Morgen- und Abendtoilette direkt im Schlafgemach zu verrichten. Inzwischen war dem Menschen klar geworden, dass Unsauberkeit Krankheiten, besonders der Haut, verursachte. Auch war klar geworden, dass Wasser keineswegs schädlich ist. Die Dienerschaft sorgte mit Hilfe der Kanne für frisches und auch warmes Wasser. Um sich waschen zu können, wurde das Wasser aus der Kanne in die breite Schüssel gegossen. Das schmutzige Wasser, dass man aus der Schüssel in einen bereitgestellten Eimer schüttete, wurde dann wieder von Bediensteten entsorgt.