Besuch bei der Restauratorin der Boulle-Uhr, Stephanie Schipper


Frau Stephanie Schipper ist als Diplom-Restauratorin Mitglied im Team des Restaurierungszentrum Kiel.

Für die Restauration wurde das Uhrengehäuse teilweise zerlegt.
Der Aufbau und die dreidimensional ausgeformten Dekorationen sind aus Bronze gegossen und feuervergoldet. Die Tatsache, dass für die Uhr mehrfach verwendbare Gießformen angefertigt wurden und dass bei der Anfertigung der Intarsien ein positiv/negativ Ornament und einmal das gleiche umgekehrt entstehen, lassen den Schluss zu, dass es mehrere dieser Uhren gibt.

Der innere Boden des Uhrengehäuses ist leicht nach vorne geneigt. Dies erhöht die Sichtbarkeit für den vor der Uhr stehenden Betrachter.

Die Intarsien bestehen aus Messing und Schildpatt. Da das dünn geschliffene Schildpatt transparent ist, wird es mit schwarzem aus Hader hergestelltem Papier hinterlegt. Echtes Schildpatt darf seit 1997 nicht mehr gehandelt werden. Deshalb wird ein aus Casein-Proteinen hergestellter Ersatzstoff mit ähnlichen Eigenschaften verwendet.

Über das Alter der Uhr konnte Frau Schipper nur spekulieren. Sie kann bereits Mitte des 18. Jahrhunderts hergestellt worden sein, aber auch erst um 1850. Die Herstellungsverfahren haben sich in dem einen Jahrhundert kaum verändert um daraus eindeutige Rückschlüsse auf das Alter ziehen könnte.

 

Text und Fotos: Christian Martens