Der Schlossgarten

Der Blick von der Südterrasse des Schlosses auf den 14 ha großen Schlossgarten ist einer der schönsten Blicke in ganz Ostholstein. Ursprünglich war der Garten als Barockgarten nach französischem Vorbild angelegt. Im Zeichen der Aufklärung ließ Herzog Peter Friedrich Ludwig den Garten am Ende des 18. Jahrhunderts in einen Englischen Landschaftsgarten mit Lindenallee, Tempel und einer Vielzahl von Brücken umwandeln.

 

Bedeutung des Eutiner Schlossgartens

Der Garten von Schloss Eutin ist das bedeutendste Gartenkunstdenkmal der Aufklärung in Schleswig-Holstein. Auf einer Fläche von etwa 14 Hektar  bekommt der auf den großzügig angelegten Spazierwegen wandelnde Gast immer wieder wechselnde Ansichten und Ausblicke in den Gartenraum und auf die umgebende Seenlandschaft des Großen Eutiner Sees geboten. Diese äußerst kunstvoll geschaffenen Naturbilder waren und sind Prinzip und Programm der englischen Landschaftsgartenkunst. Sie fand durch die Schriften des Kieler Gartentheoretikers Cay Christian Lorenz Hirschfeld (1742-1792) auch in Deutschland Verbreitung. Natur und Kunst, Nutzen und Schönheit, Gefühl und Verstand in einem Gartenkunstwerk vereint darzustellen, war das Streben aufgeklärter Fürsten im Ausgang des 18. Jahrhunderts. Genießen Sie dieses Kleinod inmitten der Holsteiner Schweiz in unmittelbarer Nähe zur Ostsee.

Schon seit den Tagen Herzog Peter Friedrich Ludwigs (1755 – 1829) steht der Schlossgarten der Eutiner Bevölkerung und allen Gästen von nah und fern, Familien mit Kindern genauso wie Einzelgästen, offen. Die Stiftung Schloss Eutin freut sich auf Ihren Besuch!

 

Geschichte des Eutiner Schlossgartens

Bis 1600:

Erste Wasserspiele und Anlage eines Tiergartens im Süden der Schlossbucht des Großen Eutiner Sees

Um 1630:

Früheste Belege eines Lustgartens jenseits der Schlossbucht des Großen Eutiner Sees am Alten Bauhof der Stadt Etiom

Ab 1634:

Erste formale Gartenanlage und Schlossausbau unter Fürstbischof Hans (1606-1655), dem Bruder des berühmten Gottorfer Herzogs Friedrich III., der den bedeutendsten Garten des 17. Jh. in Norddeutschland anlegen ließ - das „Neue Werk“ bei Schloss Gottorf. Schloss Gottorf ist heute Sitz der Schleswig-Holsteinischen Landesmuseen.

Ab 1670:

Repräsentativer Lust- und Blumengarten, nach holländischem Vorbild u-förmig um das Schloss Eutin angeordnet

Ab 1716:

Anlage eines luxuriösen barocken Gartens nach französischem Vorbild unter Christian August von Schleswig-Holstein-Gottorf (1673-1726) nach Plänen des Oberlandbaudirektors Johann Christian Lewon, s. auch Gartenkabinett im Museum von Schloss Eutin

A 1786:

Umgestaltung in einen Landschaftsgarten nach englischem Vorbild unter Peter Friedrich Ludwig (1755-1829), dabei Vergrößerung der Fläche um den neu geschaffenen Tempelgarten und Anlage eines Küchengartens in der Mitte des Schlossgartens