Der Küchen­garten

Der Küchen­garten

Versteckte Versorgungs­oase

Im Herzen des Eutiner Schlossgartens liegt der aufwendig restaurierte Küchengarten, der die herrschaftliche Küche mit Obst, Gemüse, Kräutern und Blumen versorgte.

Er eröffnet heute vielfältige Einblicke in die historische Nutzgartengestaltung und ist ein Ort gemeinschaftlicher Arbeit und kultureller Begegnung.

Ein ganz besonderes Klima

Der historische Küchengarten versteckt sich hinter einer langen, hohen Backsteinmauer. Betritt man ihn, spürt man sofort sein besonderes Klima – hier ist es tatsächlich etwas milder als in den anderen Bereichen des Schlossgartens.

Die Klimamauern des Küchengartens schützen heute wieder empfindliche Gemüse- und Obstkulturen, Kräuter und Heilpflanzen vor kaltem Wind und speichern die wertvolle Sonnenwärme. Dadurch konnten im Küchengarten schon immer Arten und Sorten gezogen werden, die auf gewöhnlichen Märkten nicht angeboten wurden.

Wiederbelebung eines Gartenideals

Dem Ideal der Aufklärung folgend, das Nützliche mit dem Schönen zu vereinen, bleibt der fast zwei Hektar große Küchengarten ein wichtiger Bestandteil des ab 1790 angelegten englischen Landschaftsgartens. Er ist an drei Seiten durch eine über zwei Meter hohe Backsteinmauer eingefasst und über vier Eisentore zugänglich. Ein rechtwinklig angelegtes Wegesystem unterteilt ihn in einzelne Pflanzparzellen.

Geprägt wird der Küchengarten bis heute durch die barocke Orangerie von etwa 1750. Das Gebäude wurde dazu genutzt, frostempfindliche Pflanzen über die Wintermonate zu bringen. Zitronen und Orangenbäume gehörten zu diesen Pflanzen und gaben dem Bau seinen Namen. Im 18. Jahrhundert wurde die Orangerie zeitweise zum Theater umfunktioniert. Neben der Orangerie befindet sich das sogenannte Neuholländerhaus. Weil es beheizt war, konnte es exotische Pflanzen zum Beispiel aus Australien (historisch Neuholland genannt) beherbergen.

Der im 20. Jahrhundert immer mehr verfallene historische Küchengarten konnte ab 2006 mit öffentlichen und privaten Mitteln aufwendig restauriert und revitalisiert werden. Der dortige Anbau historischer Pflanzenarten und -sorten wurde zu einer der gärtnerischen Attraktionen der Landesgartenschau 2016. Schautafeln im Küchengarten geben heute wissenswerte Einblicke in historisches Gärtnern und das Revitalisierungsprojekt.

Gartenpflege als Bürgerprojekt

Die Pflege des historischen Küchengartens hat sich zu einem viel beachteten Bürgerprojekt entwickelt. Seit der Landesgartenschau 2016 werden sechs der zehn Pflanzparzellen von mehr als sechzig ehrenamtlich aktiven Eutiner Bürgerinnen und Bürgern bewirtschaftet. Ihre Professionalität und Leidenschaft schaffen ein immer wieder beeindruckendes, stetig wechselndes Gartenbild und leisten einen wesentlichen Beitrag zum Verständnis der Historie des Küchengartens und seiner Bedeutung für die Gegenwart.

So herrscht reges Treiben, wenn es an jedem ersten Freitag im Monat um 15 Uhr heißt: „Der Küchengarten stellt sich vor“. Dann sind die ehrenamtlichen Gärtner und Gärtnerinnen vor Ort und freuen sich auf Fragen und Gespräche.

Die ehrenamtlich Aktiven sind in den folgenden Gruppen und Vereinen organisiert:

  • Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN)
  • Landesverband der Gartenfreunde e.V.
  • Interessengemeinschaft Heil- und Giftpflanzengarten
  • Interessengemeinschaft Hildegard von Bingen-Garten
  • Die Gemeinschaft Geflüchteter im Garten „Neue Wurzeln“
  • Freundeskreis Schloss Eutin e.V.

Die Stiftung Schloss Eutin dankt den ehrenamtlich Aktiven von ganzem Herzen!

Sie möchten sich der Gemeinschaft anschließen?

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Lernort Küchengarten

Die Sparkassenstiftung Ostholstein betreibt auf den übrigen vier Pflanzparzellen das Erlebnis Küchengarten Schloss Eutin. Wie wachsen unser heimisches Obst und Gemüse? Warum gibt es im Winter keine Erdbeeren und wieso nennt man den Regenwurm auch den Freund des Gärtners? Diesen und anderen spannenden Fragen geht das Team der Sparkassenstiftung im Erlebnis Küchengarten Schloss Eutin nach.

Als außerschulischer Lernort zeigt der Küchengarten Vorschulkindern aus Ostholstein am lebenden Objekt, woher das Gemüse kommt, was es zum Wachsen braucht und natürlich auch was man Leckeres daraus zubereiten kann. Im Sinne von „Bildung und Spaß“ geht es um das Erleben des Küchengartens, dabei draußen zu sein und das Entdecken der Natur als Ressource für die Menschen.

Anmeldung über: